17
Okt
2008

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Mein armes Leben VIII: Willkommen in der schönen neuen Arbeitswelt

Oft, aber nicht immer, hat Armut damit zu tun, daß mensch keinen Job hat. Oder mit der Erwerbsarbeit zu wenig verdient. Hart gesprochen: in manchen Jobs kann mensch sich abrackern bis zum Umfallen und verdient doch nix. Und das liegt nicht immer nur am reinen Stundenlohn, sondern oft genug auch an den Konditionen.

Ich habe während der letzten Jahre meines Studiums etliche Jobs gemacht. Meistens im Callcenter (übrigens eine Einrichtung, die ich für eine Pest halte). Da wurde nicht nur meistens auf Rechnung bezahlt, sondern es wurde oft nur die Zeit, die man tatsächlich am Telefon verbrachte, gezahlt - das macht bei einer Vier-Stunden-Schicht schon mal mindestens eine Viertelstunde aus. Es wurde mit einem angenehmen Betriebsklima, einem "jungen, dynamischen Team" und teilweise (für die Branche) irren Stundenlöhnen geworben.
Die Dynamik war dann meistens, daß irrer Quotendruck ausgeübt wurde, das angenehme Betriebsklima kann lediglich in den Hirnen sadistischer Teamleiter existiert haben, Mitarbeiter wurden mit absurden Vorgaben unter Druck gesetzt und öfter mal wunderte es mich nicht, daß das Produkt sich nicht verkaufte - es waren schlicht Dinge, die die Leute entweder schon hatten oder nicht brauchten. (Fragt nicht nach: Ich werde keine Details nennen.) Ich kam mir manchmal richtig prostituiert vor, weil das, was ich den Leuten da im Brustton tiefster Überzeugung zu erzählen hatte, in krassem Widerspruch zu dem stand, wovon ich wirklich überzeugt war.
Soziale Absicherung? Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (in einem Job, der so sehr auf die Stimme geht, daß eine Erkältung auf jeden Fall Arbeitsunfähigkeit bedeutet)? Kalkulierbare Einkünfte? Mindestarbeitszeit? Bezahlter Urlaub gar am Ende? Pustekuchen. Stundenlöhne lagen zwischen acht und neun Euro brutto, ein Vierteljahr lang habe ich auch mal für sechs Euro brutto gearbeitet.

Prekär arbeiten heißt im Klartext:
- Werde bloß nicht krank, das kannst Du Dir nicht leisten. Auskurieren übrigens erst recht nicht.
- Urlaub? Auf eigene Kosten. Wo denkst du auch hin, wer braucht schon Urlaub. Regeneration ist für Weicheier.
- Ergonomie, ein Arbeitsplatz, der nicht krank macht, brauchbares Arbeitsmaterial? Luxus!
- Erwarte nicht, daß du ein verläßliches Arbeitsvolumen bekommst. Haben wir keine Arbeit für dich - Pech gehabt.
- Wie, Sozialversicherung? Kündigungsschutz? Gibt's hier nicht.
- Einen vernünftigen Stundenlohn willst du? Schaff gefälligst mal ein paar Abschlüsse mehr an den Laden, dann gibt's Leistungsprämien.
- Was Du leistest, ist nie gut genug. Der Arbeitgeber versucht, mit maximalem Druck das Letzte aus Dir rauszuquetschen, aber Dir nur das zu zahlen, was er muß.

Ich finde den Druck, der seit den Hartz-Reformen ausgeübt wird, jeden auch noch so bekackten Job anzunehmen, zum Kotzen. Nicht nur, daß mensch so ungeheuer schnell in einem umwürdigen Job festsitzt, es birgt m.E. den Keim einer Aushöhlung des Arbeitsrechts. Wenn Arbeitnehmer weniger als zuvor mit den Füßen abstimmen können und sich mehr als vor der Einführung von Hartz IV immer ein Dummer findet, der die Kohle gerade so dringend braucht, daß er auch den letzten Drecksjob zu den beschissensten Konditionen macht, sind am Ende die Arbeitgeber, die vernünftig mit ihrem Personal umgehen, die Dummen.

Ich würde gern raten, solche Jobs bloß nicht anzunehmen. Aber ich weiß gut genug, wie es ist, so verzweifelt Kohle zu brauchen, daß man jeden Mist annimmt.
Und ich weiß auch, wie es ist, wenn mensch den Drecksjob nicht kündigen kann, weil einem sonst das Amt aufs Dach steigt.

Aber ich empfehle Günter Wallraffs Reportage über Callcenter in der Zeit. Gegen die Konditionen, die da geschildert werden, sind meine Erfahrungen harmlos.

16
Okt
2008

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Mein armes Leben VII: Nicht vom Fleck kommen

Das Internet ist insofern ein Segen, als ich da sehr viele liebe Menschen kennengelernt habe, als ich meine Nische finden konnte und mit mir geistesverwandten Menschen an einem Strang ziehen kann. Ich habe jetzt Freunde in ganz Deutschland, ein paar auch in der Schweiz und in Österreich. Schwierig wird's nur, wenn ich diese Freunde dann auch mal in real life sehen will.

Da muß ich z.B. lieben Leuten, die mich zu Jul nach Westdeutschland eingeladen haben, sagen, daß ich das erst ganz spontan entscheiden kann, weil so unsicher ist, ob ich da gerade Arbeit habe und vor allem; weil ich noch nicht weiß, ob und wie ich die Fahrt bezahlen kann. Und ich würde doch so gern kommen!
Oder wie gern würde ich meine beste Freundin - wohnhaft im Saarland - mal wieder besuchen. Ich habe sie seit über einem Jahr nicht persönlich gesehen.
Oder meine Familie. Auch lang nicht mehr gesehen.

Billig bahnfahren oder Billigflieger fällt angesichts dieser Planungsunsicherheit aus. Mitfahrgelegenheit finden: Anstrengend und nervig - und kostet auch was. Trampen: will ich nicht. (Ganz abgesehen davon, daß ich lange Strecken im Auto hasse.)

Jetzt könnte man natürlich sagen, such dir doch deine Leute in Berlin. Tja: Ich hab's versucht - aber gerade im spirituellen Bereich kann mir jetzt nichts diese Nische, die ich da gefunden habe - ersetzen. Und meine beste Freundin kann eh nichts und niemand ersetzen.

15
Okt
2008

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Dinge, die's wert sind, IX: Chorwochenende

Tafel
Jetzt bin ich vor lauter Politbloggerei gar nicht dazu gekommen, von meinem Chorwochenende zu berichten - am Wochenende war ich nämlich mit dem Chor canta:re, wo ich seit Anfang August mitsinge, im Tagungshaus Baitz zum Proben. Schön war's, wir hatten sehr freundliches Wetter, und das Tagungshaus war sehr behaglich, liebevoll und ästhetisch eingerichtet und ließ es an nichts mangeln. Zum Haus gehörte eine Menge Tiere - Katzen, ein Hund (den ich nur in Begleitung des Hauswirts sah), zwei Schweine, Kaninchen, Meerschweinchen, zwei Schafe, zwei Ziegen, ein Esel, Hühner.
Am Sonntag haben wir dann noch im winzigen Dorfkirchlein für die Gemeinde (acht alte Damen plus Pfarrer) gesungen.
Wundervoll war auch der Wald in der Gegend, fast Märchenwald, mit weichem, dickem Moosboden, Tannen und Pilzen ohne Ende (einige aus dem Chor haben fleißig Pilze gesammelt). Davon gibt es leider keine Bilder, weil ich meine Hände brauchte, um Holz für unser Lagerfeuer am Samstagabend zu sammeln (da wurde dann übrigens spontan sehr viel von unserem Chorrepertoire gesungen - ach, am Feuer vier- bis achtstimmig a capella singen ist toll). Ich hatte die Ehre, zusammen mit einer weiteren Sängerin das Feuer anzuzünden, das ist auch eine Freude, die mir selten zuteil wird.

Meine Fotos vom Wochenende sind auf ipernity in meinem Album "Baitz Oktober 2008" zu sehen.

Dieser Beitrag paßt übrigens wunderbar in die "Dinge, die's wert sind"-Rubrik, weil dieser Chor ein e.V. ist, der sich aus Beiträgen seiner Mitglieder finanziert, und der Monatsbeitrag ist nicht wirklich ein Pappenstiel für mich, genau wie dieses Wochenende mich auch Geld gekostet hat (und hätte canta:re nicht eine Härtefallregelung, hätte ich nicht mitkommen können). Was unter anderem den Luxus ermöglicht, im Theaterhaus Mitte zu proben, ab und zu eine fitte, sympathische Sängerin als Stimmbildungs-Trainerin zu engagieren oder auch unseren Chorleiter zu bezahlen.

Ich hatte erst etwas Vorbehalte (die sich eher auf meine Eignung, überhaupt in einem Chor zu singen, bezogen), die sich aber verflüchtigt haben, und nach diesem Wochenende habe ich das Gefühl, jetzt bin ich endlich richtig angekommen bei canta:re. Und dieser Chor ist eine tolle Motivation für mich, dranzubleiben mit dem Stimmtraining und dem Singen.
Am 7.11. singen wir übrigens bei VOICES zugunsten von Aids-Waisen in Namibia. Wer Lust hat: Kommen und zuhören!
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Blog Action Day 08: Poverty

Eine Zusammenfassung des Geschehens - wie es eigentlich zu diesem Blogeintrag kam:
Ich habe seit Anfang Oktober so einige Beiträge über Armut und auch einige über Wohlstand geschrieben. Seinen Ausgang nahm das Ganze von einer Blogaktion, die sich eigentlich mit den kostenlosen schönen Dingen im Leben befaßte, wo mir plötzlich auffiel: Gehören Dinge, die etwas kosten - egal wieviel - nicht auch manchmal geschätzt?
Und ist das Feiern der kostenlosen Lebensfreuden, wenn man es ausschließlich zelebriert, nicht insofern gefährlich, als es dazu führen könnte, daß materielle Bedürfnisse dem "immateriellen" Luxus gegenüber als sekundär oder unwichtig abgekanzelt werden? Birgt eine Bescheidenheitsdebatte und der Blick auf die nicht nur Armen, sondern Elenden (Stichworte: Dritte Welt, Obdachlose) nicht die Gefahr, daß Bedürfnisse, etwa nach einer guten Wohnung, gesundem Essen (ja, schaut Euch mal die regulären Gemüsepreise an!), aber auch Bildung und Ausbildung (für mich nicht deckungsgleich), Kultur, Kommunikation und Mobilität wegdiskutiert werden?

Manchmal komme ich mir ja sehr anspruchsvoll vor, wenn ich über "mein armes Leben" schreibe. Aber allein schon, daß ich so empfinde, werte ich als Zeichen, wie sehr die Indoktrination des "Verdienens" und der "materiellen Bescheidenheit", die man als Mensch mit geringem Einkommen gefälligst aufzubringen hätte, des vermeintlichen Realismus ("so ist halt das Leben, du kannst nicht alles haben") in meinem Hirn klebt.
Und ich meine auch: Das Elend der noch Ärmeren macht das Leid der Armen nicht geringer. Und es nimmt mir in keiner Weise das Recht, Anspruch auf das zu erheben, was ich unter einem guten Leben verstehe.
Ganz unabhängig davon, wie viel oder wenig ich bezahlt arbeite (aktuell sind es übrigens 40 Stunden mit leichter Tendenz zu nicht bezahlten Überstunden), was für eine Ausbildung ich habe (in meinem Fall ein abgeschlossenes Universitätsstudium) oder wie erfolgreich meine Karriere in einem "seriösen" Beruf ist (bislang nicht sonderlich, was auch an meiner im Grunde meines Herzens künstlerischen Veranlagung liegen mag).

Hier meine bisherigen Beiträge zum Thema "Mein armes Leben":
Ich bin arm. Und Du?
Olle Schuhe und Kleider
Energieverschwendung
Mein gutes Recht
Bruchbude
Krankhafter Geiz

Es werden noch einige kommen, ich habe mir wieder zum Ziel gesetzt, zehn Beiträge zu schreiben. Stay tuned!

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Mein armes Leben VI: Rücklagen??

In den letzten Jahren habe ich mal etwas mehr, mal etwas weniger gehabt, als ich gerade zum Überleben brauche. Meistens habe ich von der Hand in den Mund gelebt, manchmal von bescheidenen Reserven gelebt, die ich in einer kurzen Zeit relativen Wohlstands angesammelt hatte und die letzten Monate meines Studiums habe ich wirklich von der Substanz gelebt. Langfristige Reserven, von denen ich nicht wußte, daß sie in absehbarer Zeit wieder aufgezehrt werden, konnte ich dagegen nie bilden. Und das nervt.
Seien wir ehrlich: Unvorhergesehene Ausgaben kommen immer wieder. Da geht z.B. was kaputt/man verliert was etc. und es muß schnell ersetzt werden. Oder ich brauchte dann doch mal kostenpflichtige Software fürs Studium oder ein Skript oder Buch, wo Ausleihen nicht infrage kam. Ohne Reserven wird das zu einem echten Drama, während ich mir denke, daß das mit etwas mehr Finanzpolster leichter wegzustecken ist.
Wie gerne würde ich Rücklagen bilden, eben für solche Fälle - aber wovon, wenn das vorhandene Einkommen gerade für das Notwendigste reicht, wenn ich mir den bescheidenen Spielraum, den ich mir einfach nehme, mit roten Zahlen erkaufe?

14
Okt
2008

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Ein Wunsch an twoday

Liebe twodayer,

ich bin gern bei Euch, ich schätze die Community hier und im Allgemeinen habt Ihr mir eine tolle Plattform geboten, damit dieses Blog hier zu dem wachsen konnte, was es ist.

Einen Wunsch hätte ich allerdings - und zwar die Buchlisten-Funktion betreffend. Ich lese englische Bücher nämlich gerne im Original, aber die Amazon-Suchfunktion läßt nur das Einbinden von deutschen Titeln zu. Wäre echt toll, wenn Ihr da irgendwann mehrsprachig werdet!
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Mein armes Leben V: Krankhafter Geiz

Diesmal nichts, was man sehen und anfassen kann: ich habe ein total verkrampftes Verhältnis zum Geld und zum Geldausgeben. Geldausgeben, selbst für notwendige Dinge, ist für mich mit krassen Schuldgefühlen besetzt. Notwendige und sinnvolle Anschaffungen schiebe ich oft vor mir her, solange ich irgendwie ohne sie klarkomme - in der falschen Hoffnung, daß ich mit solcher Sparsamkeit wenigstens nicht ganz so tief in die roten Zahlen rutsche. Denn das funktioniert nur bis zu einem gewissen Grade. Wenn ich mich nicht so knapp bei Kasse und nicht so unsicher in meinen Einkommensquellen fühle, ist das bezeichnenderweise besser, aber so wohlhabend und abgesichert, daß ich wirklich entspannt mit Geld umgehen kann (ohne gleich in wilden Kaufrausch auszubrechen), war ich lange nicht mehr.
Dieses ewige Sich-was-verkneifen, was man eigentlich braucht: einen Kochtopf, Mobiliar, Kleidung, Technik..., das erzeugt für mich erst dieses traurige Gefühl von Ausgeschlossensein und Mangel, das für mich - gefühlte - Armut charakterisiert.

13
Okt
2008

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Neue Software im Anmarsch

- gestern erschien OpenOffice 3 und in 17 Tagen kommt Ubuntu 8.10 "Intrepid Ibex" - und da überleg ich mir doch, ob ich mir das gebe: nochmal Betriebssystem neu installieren. Ich wäre ja schon neugierig und das wäre eine Gelegenheit, alles nochmal sauber zu kriegen.

Was meinen meine linux-nutzenden LeserInnen, den Intrepid Ibex probieren oder erstmal noch warten?
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Dinge, die's wert sind VIII: Gute Bücher

Ich habe mir letzte Woche einen absoluten Luxus geleistet - ich habe mir ein Buch gekauft. Sonst leihe ich ja meistens, aber es gibt Sachbücher, die zum Durcharbeiten da sind, wo ich länger brauche als drei Monate oder die dann, wenn ich grad so schön dabei bin, vorgemerkt sind, so daß ich sie nicht verlängern sind. Solche Bücher kaufe ich mir gern mal, und bisher hat sich herausgestellt, daß ich sie immer wieder in die Hand nehme. Ich bin mal gespannt, was sich mit diesem Buch bei mir tun wird.

12
Okt
2008

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Mein armes Leben - eine Zwischenbemerkung

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Kommentatorinnen und Kommentatoren, insbesondere liebe Perdita.

Ich glaube, ich muß nochmal an den Zweck dieser Artikelreihe erinnern - hier bereits gründlich erläutert - , der ein dokumentarischer und auch politischer ist. Ich will hier darstellen, wie sich Armut in meinem Leben manifestiert hat bzw. noch tut und ich persönlich will zeigen, daß meine materielle Unzufriedenheit nichts mit "Luxus" (wie in: Lamborghini, Kaviar und diamantbesetze Uhren) zu tun hat, sondern mit Dingen, die für Durchschnittsverdiener relativ trivial sein mögen.
Ich will genau nicht zeigen, daß man doch mit wenig Geld prima leben kann, weil ich den Fokus darauf für politisch gefährlich halte. So wird nämlich Mangel wegdiskutiert, weil die Leute, die ihn mit allerlei Tricks bewältigen, "ja so prima klarkommen".

Ich will eigentlich keine praktischen Ratschläge, denn ich habe für mich festgestellt, daß ich persönlich ein Leben in extremer materieller Bescheidenheit - auch wenn man es sich mit bestimmten Hacks halbwegs erträglich bis angenehm gestalten kann - nicht will. Es ist dasselbe, als wenn Ihr auf einem alten, langsamen, buggy Computer arbeitet, der's irgendwie, zwischen dem einen oder anderen Absturz, noch tut, wenn man nur bestimmte Programme nicht aufruft, bestimmte Einstellungen setzt, zig Features abschaltet etc. - wer hielte da den Wunsch nach einem aktuelleren Gerät oder zumindest nach einer Betriebssystem-Neuinstallation nicht für legitim?
Ich habe Wünsche, Träume und Ziele, von denen einige ohne Geld zu erreichen sind, viele jedoch nicht.
Wenn Ihr der Welt kundtun wollt, wie Ihr mit wenig Geld klasse klarkommt: schreibt bitte eigene Artikel auf Euren eigenen Blogs.

Eine letzte Anmerkung: Nein, es geht mir auch nicht elend deshalb. Ich will kein Mitleid. Meine Armut ist ein Teil meines Lebens, der mich schon lange begleitet und mein Leben ist deshalb nicht freudlos und vollkommen unfrei. Ich würde mich nur auch freuen, wenn sich daran irgendwann mal nachhaltig was ändert.

10
Okt
2008

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Mein armes Leben IV: Bruchbude

Ok, nicht ganz, aber eine Renovierung könnte sie echt mal vertragen, meine Bude. Den Wänden sieht man an, daß sie seit neun Jahren nicht gestrichen worden sind, die Fensterrahmen müssen gestrichen werden (ist das nicht eigentlich Vermietersache?) und der Dielenboden müßte an der einen oder anderen Stelle ausgebessert und am besten gleich neu abgezogen werden, und eine bessere Steckdosenverteilung würde mir ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Und ich habe nicht die Zeit, aber vor allem nicht das Geld dazu.

Wenn ich mein Mobiliar genauer anschaue, kriege ich auch leicht den Blues. Das meiste davon ist geschenkt und/oder schon irre alt und zeigt auch Altersspuren. Was nicht geschenkt ist, ist billig und allein nach Funktionalität ausgewählt (mit einer einzigen Ausnahme) oder - mehr oder minder - improvisiert. Insgesamt macht meine Wohnung einen eher ungemütlichen Eindruck, und wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich einen großen Teil meines Mobiliars weggeben und mir wohnlicheres zulegen.

Eine Plunder-Loswerd-Aktion könnte ich eigentlich auch mal wieder starten bzw. auf meine Agenda schreiben - für irgendwann, wenn ich dazu komme.

9
Okt
2008

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Mein armes Leben III: Mein gutes Recht

Ja, da habe ich mich entschieden, mir das da nicht länger einfach gefallen zu lassen. Aber einfach zum Anwalt latschen und mich beraten lassen bedeutet, daß ich hinterher vielleicht auf einer Riesenrechnung sitze, die ich nicht bezahlen kann. Also zum Amtsgericht, Beratungshilfe beantragen: Ein Antrag, der mich heftig Kulanz meines Arbeitgebers kostet, weil Ämter natürlich nicht arbeitende-menschen-freundlich geöffnet haben. Gerichte erst recht nicht. Und ob da am Ende tatsächlich mein gutes Recht (oder zumindest, daß ich von einem Anwalt meiner Wahl und meines Vertrauens eine gute Beratung bekomme) rauskommt: das steht in den Sternen.
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