Reclaim Religion oder so
Ich hab mir da ja was vorgeknöpft. Und in den letzten Tagen nochmal gegoogelt... und was entdeckt? Nein, es hat wohl tatsächlich noch niemand was ernsthaftes in die Richtung unternommen, jedenfalls nicht heidnisch-hexisch und deutschsprachig. Und da stell ich mir immer wieder dieselbe Frage: Das kann doch eigentlich nicht sein, daß ich die einzige bin, die sich darüber den Kopf zerbricht???
In queeren Zusammenhängen wird dann berichtet über "was sagen große Religionen über Homosexualität" und oft wird sich im deutschsprachigen Raum auf die abrahamitischen Religionen beschränkt. Dann gibt's da so die eine oder andere Gruppe, die versucht, eine Auslegung des Christentums, Judentums oder Islams zu finden, die mit LGBTQ-Leben halbwegs klarkommt. Aber die radikale Schlußfolgerung, das ganze Ding namens Religion mal in die eigenen Hände zu nehmen, da kommt fast niemand drauf, will mir scheinen.
Nun, vielleicht bin ich mit meinen Sannyasin-Eltern, die mich als Stöpsel von 8,9,10 mit Native American-Spiritualität in Berührung gebracht haben (natürlich recht weichgespült und kindgerecht, aber ich stand damals auf Indianer) und mir in spirituellen Dingen immer sehr freie Hand gelassen haben, wirklich wirklich wirklich privilegiert. Trotzdem macht's mich fuchsig, wenn Religion so als unveränderlicher monolithischer Block präsentiert wird, wo man halt dran glaubt oder nicht dran glaubt.
Meine Spiritualität hat mit "Glauben" oder mit Religion als Regelwerk für ein gutes Leben reichlich wenig zu tun; viel mehr mit Erfahren und Tun. Wahrscheinlich ist dieses Konzept von Erfahrung als Basis von Spiritualität den meisten Leuten ebenfalls total fremd.
Ob allerdings das, was ich da tue, überhaupt Religion ist: darüber läßt sich mal wieder streiten.
In queeren Zusammenhängen wird dann berichtet über "was sagen große Religionen über Homosexualität" und oft wird sich im deutschsprachigen Raum auf die abrahamitischen Religionen beschränkt. Dann gibt's da so die eine oder andere Gruppe, die versucht, eine Auslegung des Christentums, Judentums oder Islams zu finden, die mit LGBTQ-Leben halbwegs klarkommt. Aber die radikale Schlußfolgerung, das ganze Ding namens Religion mal in die eigenen Hände zu nehmen, da kommt fast niemand drauf, will mir scheinen.
Nun, vielleicht bin ich mit meinen Sannyasin-Eltern, die mich als Stöpsel von 8,9,10 mit Native American-Spiritualität in Berührung gebracht haben (natürlich recht weichgespült und kindgerecht, aber ich stand damals auf Indianer) und mir in spirituellen Dingen immer sehr freie Hand gelassen haben, wirklich wirklich wirklich privilegiert. Trotzdem macht's mich fuchsig, wenn Religion so als unveränderlicher monolithischer Block präsentiert wird, wo man halt dran glaubt oder nicht dran glaubt.
Meine Spiritualität hat mit "Glauben" oder mit Religion als Regelwerk für ein gutes Leben reichlich wenig zu tun; viel mehr mit Erfahren und Tun. Wahrscheinlich ist dieses Konzept von Erfahrung als Basis von Spiritualität den meisten Leuten ebenfalls total fremd.
Ob allerdings das, was ich da tue, überhaupt Religion ist: darüber läßt sich mal wieder streiten.
ryuu - 4. Jan, 11:13
caroona (Gast) - 4. Jan, 12:25
Eigene Hände
Das sehe ich ähnlich wie diese christlich-feministischen Ansätze, die Bibel in gerechter Sprache, irgendwo muss doch auf Sophia-komm-raus was zu machen sein, damit frau sich in der Kirche heimisch fühlen kann. Kann ich auch nicht nachvollziehen, wieso frau dann nicht sagt, das klemmt alles derart hinten und vorne, dann gucke ich lieber woanders oder mache -huch- mein eigenes Ding. Genauso wäre mir dieses LBGTQ-Christentum viel zu viel Aufwand. Aber vielleicht ist das auch so eine Frage der zugegebenermaßen guten Infrastruktur und der Geselligkeit in der Kirche, die manche nicht aufgeben wollen.
Ich bin mal gespannt, was bei Deiner Arbeit zum Thema so rauskommt.
Ich bin mal gespannt, was bei Deiner Arbeit zum Thema so rauskommt.
LuciaS - 4. Jan, 13:16
hmmmm
ich halte das überhaupt nicht für falsch, wenn eine frau christin ist und von innen raus was ändern will, weil sie zu ihrem "glauben" steht - und nicht zu dem, was die institution kirche draus macht.
im christentum gabs in den anfängen weibliche priesterInnen, predigerinnen.
warum sollte nicht versucht werden, das wieder zu erreichen?
wenn man das für sich selber nicht versteht, ist das ja in ordnung, weils nicht das eigene glaubensbild ist. aber deswegen als "quatsch" zu bezeichnen find ich wiederum nicht in ordnung.
nichtchristliche grüße
lucia
im christentum gabs in den anfängen weibliche priesterInnen, predigerinnen.
warum sollte nicht versucht werden, das wieder zu erreichen?
wenn man das für sich selber nicht versteht, ist das ja in ordnung, weils nicht das eigene glaubensbild ist. aber deswegen als "quatsch" zu bezeichnen find ich wiederum nicht in ordnung.
nichtchristliche grüße
lucia
caroona (Gast) - 4. Jan, 13:19
Nee, nicht falsch
aber für mich nicht nachempfindbar. Von Quatsch habe ich nichts gesagt, oder?
eidechse - 4. Jan, 16:58
irgendwas finde ich komisch, an dem worüber und wie du dir darüber den kopf zerbrichst. ich habe da ein unbehagen. irgendwas passt da in meinen augen nicht zusammen, aber ich kann meinen eindruck garnicht so einfach an einem etwas festmachen (und deswegen fehlt mir grad das forum wo ich das mit dir und anderen austüfteln könnte, im gegensatz zu blog+kommentar struktur). ich versuchs aber mal....
zu...
"was sagen große Religionen über Homosexualität".
ich finde es relativ klar, dass sich LGBT 'nur' fragen was 'große religionen' zur homosexualität sagen, weil große religionen (in bestimmten bereichen) überhaupt etwas zu sagen haben/hatten oder dies von sich behaupten, und damit meine ich eben über ihre religionsgemeinschaft hinaus.
da geht es um relevanz.
irgendein religöses regelwerk zur sexualität und geschlecht von irgendeiner religösen strömung/sekte/esoterischen haltung/irgendwas ist einfach nicht gesellschaftlich in der art relevant, dass sich jemand ausserhalb damit beschäftigen müsste, weil die regelungen nicht ins 'allgemeine' hereinragen. ich gehe davon aus, dass man es durchaus kritisch als effekt von gesellschaftlichen verhältnissen lesen kann und muss, aber erstmal nicht als relevante ursache oder impuls.
die ausseinandersetzungen von LGBT innerhalb irgendwelcher 'nicht grossen religonen/religösitäten/hastenichtgesehen' sind dann warscheinlich dementsprechend innerhalb und individuell (oder finden auch einfach nicht statt), aber zumindest wüsste ich nicht warum das jetzt als allgmeines issue für die gesellschaft betrachtet werden müsste und warum LGBTs im allgemeinen ein besonderes interesse daran haben sollten, wie das jetzt die LGBTs der entsprechenden strömung handhaben:
eine mögliche queere auslegung vom dritten regelsatz der pastafreien spagettimonsteranhänger ohne sauce ist einfach kaum von allgemeinem interesse.
umgekehrt kann ich mir vorstellen, dass sowohl gesellschaftliche 'kämpfe gegen religonen' von LGBT als auch auseinandersetzungen von LGBT in grossen religionen als vorbild für LGBTs irgentwelcher strömungen dienen können.
es macht dich fuchsig, wenn religion als monolithischer block präsentiert wird (mich düngt du meinst damit als monolitisch straighter block??), möchtest aber 'das ganze Ding namens Religion mal in die eigenen Hände zu nehmen'.
das macht meines erachtens wenig sinn, da ja religionen nicht gleich verfasst sind. die grossen religionen hatten mal die göttliche definitionsmacht der gesellschaft ('der welt') gesetz zu sein, bis dies 'aufgeklärt wurde' (to be continued), kleinere religionen haben regelanspruch auf begrenzte gesellschaften, andere religösitäten, spirituelles oder rekonstruiertes ist m.e nur als ergebnis von aufklärung denkbar.
jedenfalls ist neben der relevanz, die eben nicht für alle religionen gleich ist, auch die verfasstheit und geschichte der religionen nicht gleich, weswegen es meines erachtens wenig sinn macht 'die religion als ganzes' in eigene hände zu nehmen wollen.
wenn ich oben so lapidar von 'irgendwiereligösitäten' sprach steckt darin ja auch u.u. die gewisse chance.
deswegen: wie ist aber nun die verfasstheit von hexisch-heidnischem? (unabhängig davon, dass ich dem keine allzu grosse gesellschaftliche relevanz 'zugestehe', es zum glück nicht 'gesetztgebend' ist, und m.e. auch nicht sein will und sein darf).. sie ist undefiniert, heterogen, es gibt kein gesetz, sie ist 'erfunden'/'konstruiert'/'rekonstruiert'... sprich es gibt weder ein einheitliches regelwerk was LGBT ausschliesst, noch ist das bestreben überhaupt ein einheitliches regelwerk zu formulieren... wie du ja selbst auch schreibst.... es geht viel mehr um erfahren und tun.
eine stimme in mir will jetzt rufen: "na, dann tu's doch 'einfach'. tu's in deiner nicht-straighten art und weise". du schreibst, da wäre bisher noch niemand drauf gekommen, ich würde sagen, alle sind da bisher im heidnisch-hexischem drauf gekommen es einfach zu tun wie es ihnen beliebt und haben das genau so bisher gemacht (überwiegend straight meinetwegen), also mach' du es doch auch, in 'nicht straight' (or whatever you wanna call it).
damit wir uns nicht falsch verstehen, mein unbehagen betrifft _nicht_ genau dieses: also sich innerhalb einer religösen strömung (du bennst es für dich, also innerhalb von asatru) als nicht-straight seine religon zu finden und erfinden, sich 'zusammenzuerfahren' (so nenn ich es mal lapidar auch wenn ich das worum es geht garnicht!!! lapidar sehe) und innerhalb dieser religon or whatever als nicht-straight sichtbar und 'selbstverständlich' zu sein.
mein unbehagen hat eher damit zu tun wie du dir da etwas vorknöpfst und womit du es verknüpfst, welche vergleiche und bezugspunkte du da herstellst:
da soll irgendetwas eine "ernsthaftere richtung" bekommen, etwas über die "einzige" hinaus, etwas allgemeineres umfassenderes, das 'ganze ding mit der religion' betreffend, also grundsätzlicher sein... !?!!
überzeichnet gesprochen:
soll das hexisch und heidnische erst so gross und monolitisch (und darin auch straight) und ernsthaft werden, dass man es dem entgegen queer verändern können werden muss?
möchtest du mehr relevanz? für was genau?
für LGBTs in deiner religion und/oder für deine religion?
möchtest du ein ernsthaftes, gesellschaftlich relevantes asatru regelwerk erstellen, was aber im vorhinein schon 'queer' überarbeitet ist?
soll es gar so gross und ersthaft werden, dass es gesellschaftliche regelungen (wie die grossen religionen) über ihre religionsgemeinschaft hinaus besitzt, und irgendwie für andere religionen und nicht religöse irgendwie relevant ist?
oder nur, um sie dann wieder in ihre grenzen weisen zu können?
oder nur das straighte in grenzen weisen zu können, aber die allgemeine relevanz des heidnisch-hexischen doch gerne 'ernsthaft richtig' und über 'die einzige einzelne hinaus' ins allgemeine reichen lassen?
wo soll die LGBT überarbeitete religion in der gesellschaft stehen? 'leider nur' oder 'zum glück nur' individuell oder 'leider' oder 'zum glück' allgemein gesellschaftlich 'bindend/beeinflussend/gesetztgebend' ???
ich nehme mal an (und hoffe inständig), dass es nicht darum geht, aber in der art und weise schleichen sich solche dinge, eher beigeschmäcke auf unbehagliche weise ein, wenn du für nicht-straighte asatru z.b. religionen wie christentum, islam, judentum als bezugspunkt nimmst, die erstens gesellschaftlich eine andere relevanz und andere allgemeine ansprüche erheben, als auch theologisch anders verfasst sind und innerhalb ihrer religion andere und überhaupt 'gesetz' für LGBT schaffen und haben.
vor allem .. selbst wenn ich LGBT im christentum als bezugspunkt nehme, da gibt es feministische theologien, lesBischwule theologien und queere theologien (z.b. hier). als textreligion bieten diese sicher auch perspektiven, die sich für die auseinandersetzung mit asatru geschichten produktiv machen lassen.
also auch aus der perspektive von LGBT in religion_en_ gesehen, bist du da z.b. nicht allein.
ich hoffe ich konnte vermitteln was da mein unbehagen ist und vor allem was nicht,
und dass du das nutzen kannst um z.b nochmal zu gucken was z.b. mit 'religion als ganzes' für dich da gemeint ist, wo die unterschiede in der verfasstheit von deiner religion mit den abrahamitischen ist, oder ob es sich überhaupt um religion handelt.
zu...
"was sagen große Religionen über Homosexualität".
ich finde es relativ klar, dass sich LGBT 'nur' fragen was 'große religionen' zur homosexualität sagen, weil große religionen (in bestimmten bereichen) überhaupt etwas zu sagen haben/hatten oder dies von sich behaupten, und damit meine ich eben über ihre religionsgemeinschaft hinaus.
da geht es um relevanz.
irgendein religöses regelwerk zur sexualität und geschlecht von irgendeiner religösen strömung/sekte/esoterischen haltung/irgendwas ist einfach nicht gesellschaftlich in der art relevant, dass sich jemand ausserhalb damit beschäftigen müsste, weil die regelungen nicht ins 'allgemeine' hereinragen. ich gehe davon aus, dass man es durchaus kritisch als effekt von gesellschaftlichen verhältnissen lesen kann und muss, aber erstmal nicht als relevante ursache oder impuls.
die ausseinandersetzungen von LGBT innerhalb irgendwelcher 'nicht grossen religonen/religösitäten/hastenichtgesehen' sind dann warscheinlich dementsprechend innerhalb und individuell (oder finden auch einfach nicht statt), aber zumindest wüsste ich nicht warum das jetzt als allgmeines issue für die gesellschaft betrachtet werden müsste und warum LGBTs im allgemeinen ein besonderes interesse daran haben sollten, wie das jetzt die LGBTs der entsprechenden strömung handhaben:
eine mögliche queere auslegung vom dritten regelsatz der pastafreien spagettimonsteranhänger ohne sauce ist einfach kaum von allgemeinem interesse.
umgekehrt kann ich mir vorstellen, dass sowohl gesellschaftliche 'kämpfe gegen religonen' von LGBT als auch auseinandersetzungen von LGBT in grossen religionen als vorbild für LGBTs irgentwelcher strömungen dienen können.
es macht dich fuchsig, wenn religion als monolithischer block präsentiert wird (mich düngt du meinst damit als monolitisch straighter block??), möchtest aber 'das ganze Ding namens Religion mal in die eigenen Hände zu nehmen'.
das macht meines erachtens wenig sinn, da ja religionen nicht gleich verfasst sind. die grossen religionen hatten mal die göttliche definitionsmacht der gesellschaft ('der welt') gesetz zu sein, bis dies 'aufgeklärt wurde' (to be continued), kleinere religionen haben regelanspruch auf begrenzte gesellschaften, andere religösitäten, spirituelles oder rekonstruiertes ist m.e nur als ergebnis von aufklärung denkbar.
jedenfalls ist neben der relevanz, die eben nicht für alle religionen gleich ist, auch die verfasstheit und geschichte der religionen nicht gleich, weswegen es meines erachtens wenig sinn macht 'die religion als ganzes' in eigene hände zu nehmen wollen.
wenn ich oben so lapidar von 'irgendwiereligösitäten' sprach steckt darin ja auch u.u. die gewisse chance.
deswegen: wie ist aber nun die verfasstheit von hexisch-heidnischem? (unabhängig davon, dass ich dem keine allzu grosse gesellschaftliche relevanz 'zugestehe', es zum glück nicht 'gesetztgebend' ist, und m.e. auch nicht sein will und sein darf).. sie ist undefiniert, heterogen, es gibt kein gesetz, sie ist 'erfunden'/'konstruiert'/'rekonstruiert'... sprich es gibt weder ein einheitliches regelwerk was LGBT ausschliesst, noch ist das bestreben überhaupt ein einheitliches regelwerk zu formulieren... wie du ja selbst auch schreibst.... es geht viel mehr um erfahren und tun.
eine stimme in mir will jetzt rufen: "na, dann tu's doch 'einfach'. tu's in deiner nicht-straighten art und weise". du schreibst, da wäre bisher noch niemand drauf gekommen, ich würde sagen, alle sind da bisher im heidnisch-hexischem drauf gekommen es einfach zu tun wie es ihnen beliebt und haben das genau so bisher gemacht (überwiegend straight meinetwegen), also mach' du es doch auch, in 'nicht straight' (or whatever you wanna call it).
damit wir uns nicht falsch verstehen, mein unbehagen betrifft _nicht_ genau dieses: also sich innerhalb einer religösen strömung (du bennst es für dich, also innerhalb von asatru) als nicht-straight seine religon zu finden und erfinden, sich 'zusammenzuerfahren' (so nenn ich es mal lapidar auch wenn ich das worum es geht garnicht!!! lapidar sehe) und innerhalb dieser religon or whatever als nicht-straight sichtbar und 'selbstverständlich' zu sein.
mein unbehagen hat eher damit zu tun wie du dir da etwas vorknöpfst und womit du es verknüpfst, welche vergleiche und bezugspunkte du da herstellst:
da soll irgendetwas eine "ernsthaftere richtung" bekommen, etwas über die "einzige" hinaus, etwas allgemeineres umfassenderes, das 'ganze ding mit der religion' betreffend, also grundsätzlicher sein... !?!!
überzeichnet gesprochen:
soll das hexisch und heidnische erst so gross und monolitisch (und darin auch straight) und ernsthaft werden, dass man es dem entgegen queer verändern können werden muss?
möchtest du mehr relevanz? für was genau?
für LGBTs in deiner religion und/oder für deine religion?
möchtest du ein ernsthaftes, gesellschaftlich relevantes asatru regelwerk erstellen, was aber im vorhinein schon 'queer' überarbeitet ist?
soll es gar so gross und ersthaft werden, dass es gesellschaftliche regelungen (wie die grossen religionen) über ihre religionsgemeinschaft hinaus besitzt, und irgendwie für andere religionen und nicht religöse irgendwie relevant ist?
oder nur, um sie dann wieder in ihre grenzen weisen zu können?
oder nur das straighte in grenzen weisen zu können, aber die allgemeine relevanz des heidnisch-hexischen doch gerne 'ernsthaft richtig' und über 'die einzige einzelne hinaus' ins allgemeine reichen lassen?
wo soll die LGBT überarbeitete religion in der gesellschaft stehen? 'leider nur' oder 'zum glück nur' individuell oder 'leider' oder 'zum glück' allgemein gesellschaftlich 'bindend/beeinflussend/gesetztgebend' ???
ich nehme mal an (und hoffe inständig), dass es nicht darum geht, aber in der art und weise schleichen sich solche dinge, eher beigeschmäcke auf unbehagliche weise ein, wenn du für nicht-straighte asatru z.b. religionen wie christentum, islam, judentum als bezugspunkt nimmst, die erstens gesellschaftlich eine andere relevanz und andere allgemeine ansprüche erheben, als auch theologisch anders verfasst sind und innerhalb ihrer religion andere und überhaupt 'gesetz' für LGBT schaffen und haben.
vor allem .. selbst wenn ich LGBT im christentum als bezugspunkt nehme, da gibt es feministische theologien, lesBischwule theologien und queere theologien (z.b. hier). als textreligion bieten diese sicher auch perspektiven, die sich für die auseinandersetzung mit asatru geschichten produktiv machen lassen.
also auch aus der perspektive von LGBT in religion_en_ gesehen, bist du da z.b. nicht allein.
ich hoffe ich konnte vermitteln was da mein unbehagen ist und vor allem was nicht,
und dass du das nutzen kannst um z.b nochmal zu gucken was z.b. mit 'religion als ganzes' für dich da gemeint ist, wo die unterschiede in der verfasstheit von deiner religion mit den abrahamitischen ist, oder ob es sich überhaupt um religion handelt.
ryuu - 4. Jan, 22:36
achmist
jetzt hab ich da mit so einem relativ spontan rausgegurgelten unbehagen-niederschreiben schon wieder fettnäpfchen aufgetan... aber seis drum, anders würde ich meiner rolle als wespennestersuchgerät auch nicht gerecht. *zu loki schiel*
ich bin jetzt mal etwas unsystematisch und wahrscheinlich auch unsauber, aber soviel:
es geht mir absolut nicht ums "mach doch dein ding". das ist mir zu isoliert. sonst hätte ich den regenbogenhain nicht gegründet.
ich brauche gemeinschaft, sowohl als motivation als auch, weil ich auf gruppenrituale mittlerweile nicht mehr verzichten mag und weil ich lang genug mit meiner spiritualität verschämt und ohne austausch im stillen kämmerlein saß und in meinem eigenen saft schmorte, achja, und asatrú ist auch noch ne sehr gruppenbezogene sache. nun hab ich da zwar sehr sympathische leut gefunden, aber das begehren, sozusagen queer mainstreaming im heidentum zu treiben, ist damit keineswegs geschwunden.
diese recherche in den letzten tagen hat mir eben auch lust gemacht bzw. meine vorhandene lust neu entfacht, das thema spiritualität&religion innerhalb der lesbisch-schwulen community aufs tapet zu bringen, jenseits von "was sagt xy über uns", als was _eben nicht notwendigerweise kodifiziertes_, sondern als was, was mensch individuell entdecken kann und selbst machen darf, wo ein weltbild vorgegebenen linien folgen kann, aber sich genauso gut davon lösen kann, wo nicht immer alles hundert pro geschlossen und in stein gemeißelt, sondern eben auch als "arbeitsmodell" formuliert sein darf und wo gemeinsamkeit trotzdem möglich ist.
und wenn ich da sehe, wie heteronormativ im deutschsprachigen raum z.B. viele hexenbücher sind und daß ich genau _ein_ deutsches buch zum thema schwule & spiritualität kenne, dann denke ich: also entweder gibt's da keinen bedarf oder es hat einfach noch niemand was in der richtung gemacht. im englischsprachigen markt isses m.W. zwar nicht üppig, aber es gibt doch einiges mehr.
mit "das ganze ding" mein ich dann auch weniger "religion als ein monolithischer block" (war unglücklich formuliert), sondern eher die radikalität, erstmal weg vom vorgefertigten glaubenssystem und hin zur eigenen erfahrung und zum selberdenken zu gehen.
und "was sagt (obskure nicht-monotheistische religion einsetzen) zu LGBT": einerseits ist es erhellend, wenn mensch weiß: ach, es sind ja gar nicht alle religiösen traditionen so abweisend! und natürlich als sachinformation oft nützlich.
andererseits steckt in reinem "was sagt x über LGBT" mir zuviel passivität drin und zu wenig möglichkeit, selbst was zu tun. ich würde gern _auch noch_ andere fragen gestellt wissen, z.b.: wie finde ich als LGBTQ-wesen meinen individuellen weg zu einer spiritualität, die mir gerecht wird? wie komme ich (wenn ich das will) zu einer gemeinschaft, wo ich eben ganz selbstverständlich und normal und sichtbar bin als das, was ich bin (mit allen wichtigen teilen, ohne daß ich einen verstecken oder rauslassen muß)?
zur gesellschaftlichen stellung: das mit der gesellschaftlichen relevanz der großen religionen ist ein punkt - also, daß sich überhaupt nur deshalb damit auseinandergesetzt wird. danke, war mir noch nicht klar.
auf gesellschaftliche relevanz irgendeiner religiösen strömung ziele ich gar nicht, ich will auch nicht auf die ganze gesellschaft heraus. (oder nur in meinen ganz revolutionären 5 minuten. *gg*) meine utopie ist eher, daß das individuelle, nicht kodifizierte, selbst erfahrene immer selbstverständlicher wird und das einfache übernehmen von was, das schon kodifiziert, tradiert und festgeschrieben ist, immer weniger der normalfall.
ja, irgendwie paßt "spiritualität" auch nur wenig besser als "religion", da es mir einfach zu luftig und individuell klingt für was, das für mich mittlerweile ne starke soziale komponente hat. ich sage also "religion" und "spiritualität" in ermangelung von besseren begriffen.
@lucia, nein, ich sag nix dagegen, wenn jemand das christentum als heimat empfindet - ich find's nur doof, daß alternativen zum abrahamitischen bei uns, im gegensatz zum englischsprachigen raum, meinem eindruck nach für queers überhaupt so gar nicht präsent sind. vielleicht noch hie und da mal ein wenig buddhismus. das wars dann aber auch schon.
hintergrund des unbehagens, ich recherchier grad manchmal so ein bißchen, ob es vielleicht schon ein buch oder ne andere internetseite oder so zu dem thema abseits vom christlichen auf deutsch gibt, denn ich trage mich da mit einer idee zu nem buch, und wenns da jetzt schon was nennenswertes gäbe, müßt ich das natürlich a) kennen und b) wenns schon was gäbe, dann müßte ich mir die arbeit vielleicht nicht machen und das buch gar nicht schreiben.
so, jetzt isses doch lang geworden, ich sag gute nacht.
ich bin jetzt mal etwas unsystematisch und wahrscheinlich auch unsauber, aber soviel:
es geht mir absolut nicht ums "mach doch dein ding". das ist mir zu isoliert. sonst hätte ich den regenbogenhain nicht gegründet.
ich brauche gemeinschaft, sowohl als motivation als auch, weil ich auf gruppenrituale mittlerweile nicht mehr verzichten mag und weil ich lang genug mit meiner spiritualität verschämt und ohne austausch im stillen kämmerlein saß und in meinem eigenen saft schmorte, achja, und asatrú ist auch noch ne sehr gruppenbezogene sache. nun hab ich da zwar sehr sympathische leut gefunden, aber das begehren, sozusagen queer mainstreaming im heidentum zu treiben, ist damit keineswegs geschwunden.
diese recherche in den letzten tagen hat mir eben auch lust gemacht bzw. meine vorhandene lust neu entfacht, das thema spiritualität&religion innerhalb der lesbisch-schwulen community aufs tapet zu bringen, jenseits von "was sagt xy über uns", als was _eben nicht notwendigerweise kodifiziertes_, sondern als was, was mensch individuell entdecken kann und selbst machen darf, wo ein weltbild vorgegebenen linien folgen kann, aber sich genauso gut davon lösen kann, wo nicht immer alles hundert pro geschlossen und in stein gemeißelt, sondern eben auch als "arbeitsmodell" formuliert sein darf und wo gemeinsamkeit trotzdem möglich ist.
und wenn ich da sehe, wie heteronormativ im deutschsprachigen raum z.B. viele hexenbücher sind und daß ich genau _ein_ deutsches buch zum thema schwule & spiritualität kenne, dann denke ich: also entweder gibt's da keinen bedarf oder es hat einfach noch niemand was in der richtung gemacht. im englischsprachigen markt isses m.W. zwar nicht üppig, aber es gibt doch einiges mehr.
mit "das ganze ding" mein ich dann auch weniger "religion als ein monolithischer block" (war unglücklich formuliert), sondern eher die radikalität, erstmal weg vom vorgefertigten glaubenssystem und hin zur eigenen erfahrung und zum selberdenken zu gehen.
und "was sagt (obskure nicht-monotheistische religion einsetzen) zu LGBT": einerseits ist es erhellend, wenn mensch weiß: ach, es sind ja gar nicht alle religiösen traditionen so abweisend! und natürlich als sachinformation oft nützlich.
andererseits steckt in reinem "was sagt x über LGBT" mir zuviel passivität drin und zu wenig möglichkeit, selbst was zu tun. ich würde gern _auch noch_ andere fragen gestellt wissen, z.b.: wie finde ich als LGBTQ-wesen meinen individuellen weg zu einer spiritualität, die mir gerecht wird? wie komme ich (wenn ich das will) zu einer gemeinschaft, wo ich eben ganz selbstverständlich und normal und sichtbar bin als das, was ich bin (mit allen wichtigen teilen, ohne daß ich einen verstecken oder rauslassen muß)?
zur gesellschaftlichen stellung: das mit der gesellschaftlichen relevanz der großen religionen ist ein punkt - also, daß sich überhaupt nur deshalb damit auseinandergesetzt wird. danke, war mir noch nicht klar.
auf gesellschaftliche relevanz irgendeiner religiösen strömung ziele ich gar nicht, ich will auch nicht auf die ganze gesellschaft heraus. (oder nur in meinen ganz revolutionären 5 minuten. *gg*) meine utopie ist eher, daß das individuelle, nicht kodifizierte, selbst erfahrene immer selbstverständlicher wird und das einfache übernehmen von was, das schon kodifiziert, tradiert und festgeschrieben ist, immer weniger der normalfall.
ja, irgendwie paßt "spiritualität" auch nur wenig besser als "religion", da es mir einfach zu luftig und individuell klingt für was, das für mich mittlerweile ne starke soziale komponente hat. ich sage also "religion" und "spiritualität" in ermangelung von besseren begriffen.
@lucia, nein, ich sag nix dagegen, wenn jemand das christentum als heimat empfindet - ich find's nur doof, daß alternativen zum abrahamitischen bei uns, im gegensatz zum englischsprachigen raum, meinem eindruck nach für queers überhaupt so gar nicht präsent sind. vielleicht noch hie und da mal ein wenig buddhismus. das wars dann aber auch schon.
hintergrund des unbehagens, ich recherchier grad manchmal so ein bißchen, ob es vielleicht schon ein buch oder ne andere internetseite oder so zu dem thema abseits vom christlichen auf deutsch gibt, denn ich trage mich da mit einer idee zu nem buch, und wenns da jetzt schon was nennenswertes gäbe, müßt ich das natürlich a) kennen und b) wenns schon was gäbe, dann müßte ich mir die arbeit vielleicht nicht machen und das buch gar nicht schreiben.
so, jetzt isses doch lang geworden, ich sag gute nacht.
LuciaS - 5. Jan, 12:26
also von wegen buch
hindert dich doch nicht, damit zu beginnen, während du noch in der recherche bist.
d.h. daß du - solltest du noch eins oder zwei finden - diese ja dann, bereits im arbeitsprozess seiend, mit einbeziehen kannst.
wenns eh so wenige gibt, werden sich die doch wohl finden lassen und es ist immer gut, wenn man bereits mit umsetzen einer idee anfängt, und sich nicht von wenn-und-aber aufhalten läßt. (sag ich deswegen, weil ich genau der typ bin, der sich davon aufhalten läßt und deshalb weiß ich, wie sehr man sich damit einengt).
und davon ausgehend zu sagen "ja, aber wenn ich da schon einen teil geschrieben habe, und find dann erst ein buch, wo das genau auch beschrieben, etc. ist" - na und?
dann überarbeitet man eben den teil. muß man sowieso. also überarbeiten mein ich.
außerdem gibts grad im magisch-spirituellen bereich soviele bücher, wo überall dasselbe drinne steht ... da schadets doch nciht, daß in einem bereich, wo weniger bücher auf dem markt sind, auch ähnlichkeiten vorkommen.
lucia
d.h. daß du - solltest du noch eins oder zwei finden - diese ja dann, bereits im arbeitsprozess seiend, mit einbeziehen kannst.
wenns eh so wenige gibt, werden sich die doch wohl finden lassen und es ist immer gut, wenn man bereits mit umsetzen einer idee anfängt, und sich nicht von wenn-und-aber aufhalten läßt. (sag ich deswegen, weil ich genau der typ bin, der sich davon aufhalten läßt und deshalb weiß ich, wie sehr man sich damit einengt).
und davon ausgehend zu sagen "ja, aber wenn ich da schon einen teil geschrieben habe, und find dann erst ein buch, wo das genau auch beschrieben, etc. ist" - na und?
dann überarbeitet man eben den teil. muß man sowieso. also überarbeiten mein ich.
außerdem gibts grad im magisch-spirituellen bereich soviele bücher, wo überall dasselbe drinne steht ... da schadets doch nciht, daß in einem bereich, wo weniger bücher auf dem markt sind, auch ähnlichkeiten vorkommen.
lucia
eidechse - 7. Jan, 14:01
ach, ich finds garnicht fettnäpfchen, sondern da gehts doch eher um klärung, z.b. in welche bereiche dein thema reinreicht und welche fragen sich dadurch ergeben, und ob du es da reinreichen lassen willst und damit eine präzisierung deines themas und all solche dinge.
"sein eigenes ding machen können" habe ich garnicht so sehr auf das alleine wurschteln bezogen, sondern darauf, dass diese neuheidnisch-hexischen religonen doch zum einen wegen der 'erfahrungsorientierung' ein stetiges finden anlegt und zum anderen die grundlagen und ideen dazu eine neu-er-findung sind. also ist doch das 'queere' machen und gestalten und finden ein ganz anderes als in religionen die zum einen feste institution/tradition sind und/oder auch festen text haben.
ob du dies queere finden jetzt nicht nur für dich in dem er-finden deiner religion betreibst, sondern eben als queer mainstreaming eben auch innerhalb deiner 'religion' tust, hängt von deinen bedürfnissen ab, die du ja auch klar formuliert hast. das würde ich aber bezogen auf meinen kommentar als 'wirken von LGBT innerhalb der religion' einordnen, und damit denke ich , dass es zum einen den üblichen mechanismen folgt, wie LGBT im alltag, in vereinen, in gruppen, am arbeitsplatz usw. sichtbar wird... für den bereich braucht es meines erachtens kein neues buch, es sei denn du siehst da in dem bereich den du betrachtest sehr spezifische hürden. zum andere gehts dann eher um queere auseinandersetzung mit der werdenenden tradition und evtl. vorhandenen geschichten, wo ich glaube, dass man sich da z.b. von den protestantischen LGBT christinnen was abschauen kann.
was deine vorhandene lust angeht, das thema spiritualität&religion innerhalb der lesBischwulen community aufs tapet zu bringen, finde ich zunächst, dass ist ein ganz anderes thema als vorheriges.
aber worum gehts dir da genau?
ich erinnere, dass das unlängst irgendwie auch titelthema der siegessäule war (nicht das ich deren berichte für sehr ähh.. oder überhaupt halte), aber was ist das, was du daran jetzt (evtl neu) thematisieren magst? du sagst dazu schon was: du macht da grad dies 'in stein gemeisselt' vs. 'arbeitsmodell' auf. aber ist das jetzt ein spezielles thema für LGBT? ist das nicht überhaupt so ein ding von religion vs. eso/spiri?
zumindest scheint mir das, wie du dies dein thema auch genau fasst, in die frage reinzureichen, welche rolle religion und oder spiritualität in dieser gesellschaft hat, haben soll bzw nicht haben soll, also ein recht allgemeines oder eins was erstmal vielleicht allgemein geklärt 'gehört'?
'heteronormativität von hexenbüchern', mangel an büchern über 'LBGT und spiritualität'..... hmmm... was verbindet denn aber hexenbücher und 'allgemeine' spiritualität und was ist der besondere LGBT blick darauf?
vor allem was trennt diese, gehts um ein 'lesbisches handbuch: heiden und engelspiritualität, ein allroundfüher'? was ist da eigentlich das feld deiner fragestellung. das scheint mir auch für dein anliegen klärungsbedürftig. geht es dir darum sowas wie eine 'core-spiritualität' herauszufiltern aus den ganzen haufen heidnisch-hexischem und allen anderen religionen? und da einen LGBT blick drauf zu werfen?
oder gehts doch 'nur' um asatru?
"erstmal weg vom vorgefertigten glaubenssystem und hin zur eigenen erfahrung und zum selberdenken zu gehen": das klingt jetzt wiederum eher nach so einem buch 'selfmadespiritualität' anstatt von religion'.
ist das aber ein spezielles LGBT thema? wobei selberdenken ja auch ebenso eine tradition/richtung hat, die religion/spirituelles überwindet... aufklärung und so.
ist vielleicht das 'dein' problem, dass es beim spiritualität selberbauen viele LGBTs (die überhaupt bauen wollen) 'deine' probleme umgehen indem sie nicht ausgerechtnet die heidnischen gott-vögelt-göttin bauklötzchen verwenden, vielleicht sind engelenergien einfach von sich aus schon queerer in ihrer verwendung, bzw einfach ein bisschen meditation hier und ein bisschen chakrendingdong da tuts schon.
führte dich das also doch eher so in richtung einer core spiritualität finden?: was braucht mensch da und in besonderem queerer mensch?
du schreibst:
" z.b.: wie finde ich als LGBTQ-wesen meinen individuellen weg zu einer spiritualität, die mir gerecht wird?"
kanns da ein allgemeines buch zu geben? und wenn ja wie muss das aussehen?
"wie komme ich (wenn ich das will) zu einer gemeinschaft, wo ich eben ganz selbstverständlich und normal und sichtbar bin als das, was ich bin (mit allen wichtigen teilen, ohne daß ich einen verstecken oder rauslassen muß)?"
naja, nur revolutiön macht schön.
es sei denn dein unbewusster plan ist doch eher ein asatru mainstreaming, damit mehr leute asatru werden damit es weniger arbeit ist eine queere szene zu finden/basteln? vielleicht doch einfach asatrumission in queeren szenen?
"sein eigenes ding machen können" habe ich garnicht so sehr auf das alleine wurschteln bezogen, sondern darauf, dass diese neuheidnisch-hexischen religonen doch zum einen wegen der 'erfahrungsorientierung' ein stetiges finden anlegt und zum anderen die grundlagen und ideen dazu eine neu-er-findung sind. also ist doch das 'queere' machen und gestalten und finden ein ganz anderes als in religionen die zum einen feste institution/tradition sind und/oder auch festen text haben.
ob du dies queere finden jetzt nicht nur für dich in dem er-finden deiner religion betreibst, sondern eben als queer mainstreaming eben auch innerhalb deiner 'religion' tust, hängt von deinen bedürfnissen ab, die du ja auch klar formuliert hast. das würde ich aber bezogen auf meinen kommentar als 'wirken von LGBT innerhalb der religion' einordnen, und damit denke ich , dass es zum einen den üblichen mechanismen folgt, wie LGBT im alltag, in vereinen, in gruppen, am arbeitsplatz usw. sichtbar wird... für den bereich braucht es meines erachtens kein neues buch, es sei denn du siehst da in dem bereich den du betrachtest sehr spezifische hürden. zum andere gehts dann eher um queere auseinandersetzung mit der werdenenden tradition und evtl. vorhandenen geschichten, wo ich glaube, dass man sich da z.b. von den protestantischen LGBT christinnen was abschauen kann.
was deine vorhandene lust angeht, das thema spiritualität&religion innerhalb der lesBischwulen community aufs tapet zu bringen, finde ich zunächst, dass ist ein ganz anderes thema als vorheriges.
aber worum gehts dir da genau?
ich erinnere, dass das unlängst irgendwie auch titelthema der siegessäule war (nicht das ich deren berichte für sehr ähh.. oder überhaupt halte), aber was ist das, was du daran jetzt (evtl neu) thematisieren magst? du sagst dazu schon was: du macht da grad dies 'in stein gemeisselt' vs. 'arbeitsmodell' auf. aber ist das jetzt ein spezielles thema für LGBT? ist das nicht überhaupt so ein ding von religion vs. eso/spiri?
zumindest scheint mir das, wie du dies dein thema auch genau fasst, in die frage reinzureichen, welche rolle religion und oder spiritualität in dieser gesellschaft hat, haben soll bzw nicht haben soll, also ein recht allgemeines oder eins was erstmal vielleicht allgemein geklärt 'gehört'?
'heteronormativität von hexenbüchern', mangel an büchern über 'LBGT und spiritualität'..... hmmm... was verbindet denn aber hexenbücher und 'allgemeine' spiritualität und was ist der besondere LGBT blick darauf?
vor allem was trennt diese, gehts um ein 'lesbisches handbuch: heiden und engelspiritualität, ein allroundfüher'? was ist da eigentlich das feld deiner fragestellung. das scheint mir auch für dein anliegen klärungsbedürftig. geht es dir darum sowas wie eine 'core-spiritualität' herauszufiltern aus den ganzen haufen heidnisch-hexischem und allen anderen religionen? und da einen LGBT blick drauf zu werfen?
oder gehts doch 'nur' um asatru?
"erstmal weg vom vorgefertigten glaubenssystem und hin zur eigenen erfahrung und zum selberdenken zu gehen": das klingt jetzt wiederum eher nach so einem buch 'selfmadespiritualität' anstatt von religion'.
ist das aber ein spezielles LGBT thema? wobei selberdenken ja auch ebenso eine tradition/richtung hat, die religion/spirituelles überwindet... aufklärung und so.
ist vielleicht das 'dein' problem, dass es beim spiritualität selberbauen viele LGBTs (die überhaupt bauen wollen) 'deine' probleme umgehen indem sie nicht ausgerechtnet die heidnischen gott-vögelt-göttin bauklötzchen verwenden, vielleicht sind engelenergien einfach von sich aus schon queerer in ihrer verwendung, bzw einfach ein bisschen meditation hier und ein bisschen chakrendingdong da tuts schon.
führte dich das also doch eher so in richtung einer core spiritualität finden?: was braucht mensch da und in besonderem queerer mensch?
du schreibst:
" z.b.: wie finde ich als LGBTQ-wesen meinen individuellen weg zu einer spiritualität, die mir gerecht wird?"
kanns da ein allgemeines buch zu geben? und wenn ja wie muss das aussehen?
"wie komme ich (wenn ich das will) zu einer gemeinschaft, wo ich eben ganz selbstverständlich und normal und sichtbar bin als das, was ich bin (mit allen wichtigen teilen, ohne daß ich einen verstecken oder rauslassen muß)?"
naja, nur revolutiön macht schön.
es sei denn dein unbewusster plan ist doch eher ein asatru mainstreaming, damit mehr leute asatru werden damit es weniger arbeit ist eine queere szene zu finden/basteln? vielleicht doch einfach asatrumission in queeren szenen?
Karan (Gast) - 9. Jan, 10:42
Also, ich denke, die Heteronormativität ist das wahre Problem - und genau deshalb wird Deine Frage unausweichlich zu einer gesamtgesellschaftlichen. Denn diese immer noch weitenteils unreflektierte Normierung findet ja in allen Lebensbereichen statt, einschließlich der Religionen. Und kann daher m. E. auch nicht isoliert in Frage gestellt und aufgebrochen bzw. transformiert werden, sondern nur mit Bezug auf den Gesamtkontext.
Freilich muß man ja irgendwo beginnen - von daher ist es also völlig legitim, ein definiertes Thema (Religion) als Fokus zu nehmen. Aber ohne den Blick auf den gesellschaftlichen Kontext, in dem Religion heute stattfindet (oder auch nicht), wird das letztlich kaum gehen.
Ich bin sehr gespannt und hoffe, daß Du an dem Thema dranbleibst.
(nteressante Ergänzung wäre übrigens die unterschiedliche Definition von Religion und Spiritualität. Wobei "Spiritualität" für mich der Raum ist, in dem dieses "das eigene Ding" stattfindet. "Religion" wäre dann der gesellschaftlich bormierte Koppelpunkt. Ich denke, es wird Zeit für eine Relativierung der Religion(en) zugunsten einer grundlegenden spirituellen Emanzipation...
;-)
Freilich muß man ja irgendwo beginnen - von daher ist es also völlig legitim, ein definiertes Thema (Religion) als Fokus zu nehmen. Aber ohne den Blick auf den gesellschaftlichen Kontext, in dem Religion heute stattfindet (oder auch nicht), wird das letztlich kaum gehen.
Ich bin sehr gespannt und hoffe, daß Du an dem Thema dranbleibst.
(nteressante Ergänzung wäre übrigens die unterschiedliche Definition von Religion und Spiritualität. Wobei "Spiritualität" für mich der Raum ist, in dem dieses "das eigene Ding" stattfindet. "Religion" wäre dann der gesellschaftlich bormierte Koppelpunkt. Ich denke, es wird Zeit für eine Relativierung der Religion(en) zugunsten einer grundlegenden spirituellen Emanzipation...
;-)
ryuu - 12. Jan, 00:06
*seufz* *großes Faß aufmach*
@eidechse: Nö, missionieren will ich auf keinen Fall. Vielleicht haben nicht alle heidnischen queers/queeren Heiden solche Probs wie ich. Es gibt vielleicht Lesben, die ganz wunderbar mit dianischen Ansätzen klarkommen - nur ich tu's nicht. Für mich ist die Lösung "Göttinnen/Götter" im expliziten Plural, wodurch Platz ist für viele Geschlechter. Das ist halt nicht jederfraus Sache.
Nun hab ich auch im vermeintlich geschützten Raum der Frauenspiritualität mal eine Menge Heteronormativität erfahren, die noch nicht mal mit "Gott-Göttin-Fickificki" zu tun hatte. Und außerhalb davon sehe ich in der heidnischen Welt, tja, die ganz normale Heteronormativität. Dafür kann ich noch gar nicht mal böse sein, wer denkt schließlich drüber nach, wenn er/sie nicht vom eigenen Coming Out oder von lesbischwultrans* Mitmenschen mit der Thematik konfrontiert wird? Was nicht heißt, daß mich diese Normen und meine Inkompatibilität damit nicht herbe seelische und soziale K(r)ämpfe gekostet haben und noch immer wieder kosten.
Aber back to topic. Ich sehe zwei Aktionsfelder: einmal "queer sein in heidnischen Kontexten" und "Heidin sein in lesbischwultransen Kontexten". Das sind verschiedene Baustellen und haben doch eins gemein, nämlich das, was ich im Zusammenhang gothic/queer schon erlebt habe, die Dynamik von, dramatisch ausgedrückt, "Randgruppe in der Randgruppe".
Weiter im Text: Gerade im überaus Individuellen, Nicht-kodifizierten, Erfahrungszentrierten sehe ich eine große Stärke von heidnisch-hexisch-naturreligiösen Spiritualitätsformen. Insofern will ich nichts vereinheitlichen und gar kein "core-irgendwas" etablieren, weil das ein Artefakt wäre aus all den verschiedenen Spiritualitäten, die ich bei heidnischen queers kennengelernt habe, und ich im queer gothic-Kontext den Eindruck hatte, was einheitlich und konsensfähig zu machen, nimmt so einer ursprünglich vielgestaltigen Sache den Biß und die Lebendigkeit.
Von daher kann ich mir nicht vorstellen, das im Alleingang zu machen, sondern eher, ganz verschiedene Leute zu Wort kommen zu lassen. Vorbilder gibt's im englischsprachigen Raum durchaus. Für mich stellt sich eher die Frage nach der Themeneingrenzung: mache ich eine rein heidnisch-hexische Angelegenheit daraus oder mache ich daraus eine Sache zum Thema lesbischwultrans* und Spiritualität im Generellen?
Deinen Linktip muß ich mir mal in Ruhe zu Gemüte führen, allerdings hab ich nach zwei Diskussionsveranstaltungen, die ich letztes Jahr besucht hab, den Verdacht, daß die heidnischen Baustellen anders gelagert sind. Werde ich sehen, ob sich der Eindruck bestätigt.
Zum Thema Revolution kann ich nur sagen: tja, wer, wenn nicht wir, wann, wenn nicht jetzt. Und trotzdem habe ich, Revolution oder nicht, inzwischen ein paar Leute gefunden, wo ich sagen kann, da fühle ich mich wohl, da kann ich sein, wie ich bin und da kann ich mir so ganz zaghaft vorstellen, dazuzugehören. War ein langer Weg. Ist vielleicht nicht für jede/n was. Revolutionär? Ich weiß nicht.
In meinem Kopf ist die Sache noch alles andere als ausdefiniert und fertig, ich habe noch sehr viele Fragezeichen. Fest steht für mich nur, daß ich was machen will, denn wenn auf dem Terrain "queer/heidnisch" alles in Butter wäre, so denke ich, hätten wir uns auf dem regenbogenhain-Treffen nicht stundenlang die Köpfe heißgeredet und hinterher ein superenergiegeladenes Ritual gefeiert.
@Karan - "Relativierung der Religion(en) zugunsten einer grundlegenden spirituellen Emanzipation" klingt gut :)
Und ja, ich denke auch, des Pudels Kern heißt: die Heteronormativität, die alle Lebensbereiche unserer Gesellschaft durchdringt - wenn da was anders werden soll, muß mensch es im Kleinen und Konkreten anpacken.
Ich bin auch gespannt, was bei dieser Angelegenheit noch passiert und was am Ende rauskommt.
Nun hab ich auch im vermeintlich geschützten Raum der Frauenspiritualität mal eine Menge Heteronormativität erfahren, die noch nicht mal mit "Gott-Göttin-Fickificki" zu tun hatte. Und außerhalb davon sehe ich in der heidnischen Welt, tja, die ganz normale Heteronormativität. Dafür kann ich noch gar nicht mal böse sein, wer denkt schließlich drüber nach, wenn er/sie nicht vom eigenen Coming Out oder von lesbischwultrans* Mitmenschen mit der Thematik konfrontiert wird? Was nicht heißt, daß mich diese Normen und meine Inkompatibilität damit nicht herbe seelische und soziale K(r)ämpfe gekostet haben und noch immer wieder kosten.
Aber back to topic. Ich sehe zwei Aktionsfelder: einmal "queer sein in heidnischen Kontexten" und "Heidin sein in lesbischwultransen Kontexten". Das sind verschiedene Baustellen und haben doch eins gemein, nämlich das, was ich im Zusammenhang gothic/queer schon erlebt habe, die Dynamik von, dramatisch ausgedrückt, "Randgruppe in der Randgruppe".
Weiter im Text: Gerade im überaus Individuellen, Nicht-kodifizierten, Erfahrungszentrierten sehe ich eine große Stärke von heidnisch-hexisch-naturreligiösen Spiritualitätsformen. Insofern will ich nichts vereinheitlichen und gar kein "core-irgendwas" etablieren, weil das ein Artefakt wäre aus all den verschiedenen Spiritualitäten, die ich bei heidnischen queers kennengelernt habe, und ich im queer gothic-Kontext den Eindruck hatte, was einheitlich und konsensfähig zu machen, nimmt so einer ursprünglich vielgestaltigen Sache den Biß und die Lebendigkeit.
Von daher kann ich mir nicht vorstellen, das im Alleingang zu machen, sondern eher, ganz verschiedene Leute zu Wort kommen zu lassen. Vorbilder gibt's im englischsprachigen Raum durchaus. Für mich stellt sich eher die Frage nach der Themeneingrenzung: mache ich eine rein heidnisch-hexische Angelegenheit daraus oder mache ich daraus eine Sache zum Thema lesbischwultrans* und Spiritualität im Generellen?
Deinen Linktip muß ich mir mal in Ruhe zu Gemüte führen, allerdings hab ich nach zwei Diskussionsveranstaltungen, die ich letztes Jahr besucht hab, den Verdacht, daß die heidnischen Baustellen anders gelagert sind. Werde ich sehen, ob sich der Eindruck bestätigt.
Zum Thema Revolution kann ich nur sagen: tja, wer, wenn nicht wir, wann, wenn nicht jetzt. Und trotzdem habe ich, Revolution oder nicht, inzwischen ein paar Leute gefunden, wo ich sagen kann, da fühle ich mich wohl, da kann ich sein, wie ich bin und da kann ich mir so ganz zaghaft vorstellen, dazuzugehören. War ein langer Weg. Ist vielleicht nicht für jede/n was. Revolutionär? Ich weiß nicht.
In meinem Kopf ist die Sache noch alles andere als ausdefiniert und fertig, ich habe noch sehr viele Fragezeichen. Fest steht für mich nur, daß ich was machen will, denn wenn auf dem Terrain "queer/heidnisch" alles in Butter wäre, so denke ich, hätten wir uns auf dem regenbogenhain-Treffen nicht stundenlang die Köpfe heißgeredet und hinterher ein superenergiegeladenes Ritual gefeiert.
@Karan - "Relativierung der Religion(en) zugunsten einer grundlegenden spirituellen Emanzipation" klingt gut :)
Und ja, ich denke auch, des Pudels Kern heißt: die Heteronormativität, die alle Lebensbereiche unserer Gesellschaft durchdringt - wenn da was anders werden soll, muß mensch es im Kleinen und Konkreten anpacken.
Ich bin auch gespannt, was bei dieser Angelegenheit noch passiert und was am Ende rauskommt.






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