lesbian operated web
... wo bist du?
Frag ich deshalb, weil ich recht wenige lesbisch/queere Internetprojekte kenne, die tatsächlich von Frauen betrieben werden. Hinter Lesarion und Lesopia stecken jedenfalls Männer - als Gegenbeispiel fällt mir jetzt nur das altgediente lesbische Verzeichnis lesben.org ein.
Bestimmt gibt's da draußen genug bloggende Lesben, und ich könnt jetzt auch einfach zu lesben.org gehen und alles, was als "private Seiten" eingetragen ist, durchgehen. Oder mal beim genderblog nachgucken, hinter welchen Projekten in deren Blogroll Frauen stecken.
Vielleicht ist das jetzt furchtbar unqueer von mir, so auf Geschlecht was zu geben. Ich fühl mich jedoch als lesbian nerd manchmal etwas allein.
Bei der Gelegenheit fällt mir ein, (schwul)lesbische Networks im Netz langweilen mich. Zusätzlich zu der Sache, daß der Gedanke der meisten Networkingplattformen - Profile noch und nöcher plus Möglichkeiten, zu gucken, wer wen kennt und sich persönliche Nachrichten zu hinterlassen - mir zu wenig Gruppen-Interaktion bietet (weshalb ich auf Foren und Mailinglisten wesentlich aktiver bin), bietet mir Lesopia leider keinen Mehrwert und queerlee, muß ich sagen, war wohl leider eine Totgeburt, nettes Konzept, aber zu wenige aktive user. Von Lesarion habe ich mich vor Jahren schon wieder abgemeldet, davon war ich nur noch frustriert. Und auf Gothicgays bin ich auch kaum mehr aktiv - auch da, weil extrem wenig auf dem Forum läuft, ich einfach keinen Spaß dran habe, in Profilen zu wühlen und die wenigen Forenbeiträge für mich kaum Info- und Diskussionswert haben.
Wo liegt da das Prob - liegts an mir (d.b. bin ich einfach kein SN-User), liegt es an den anderen Usern (zu "normale", stromlinienförmige, unkreative Profile, zu wenig Info im Profil, platte Gruppenbeiträge) oder liegt es an Fehlkonzeptionen in der Plattform, die zu wenig "Mehrwert" für die User bietet? Bin ich zu alt für solche Plattformen, wo sich doch ein eher jugendliches Publikum tummelt? Oder hängt es am Ende daran, daß schwul/lesbisch sein nicht abendfüllend ist? *grübel*
Frag ich deshalb, weil ich recht wenige lesbisch/queere Internetprojekte kenne, die tatsächlich von Frauen betrieben werden. Hinter Lesarion und Lesopia stecken jedenfalls Männer - als Gegenbeispiel fällt mir jetzt nur das altgediente lesbische Verzeichnis lesben.org ein.
Bestimmt gibt's da draußen genug bloggende Lesben, und ich könnt jetzt auch einfach zu lesben.org gehen und alles, was als "private Seiten" eingetragen ist, durchgehen. Oder mal beim genderblog nachgucken, hinter welchen Projekten in deren Blogroll Frauen stecken.
Vielleicht ist das jetzt furchtbar unqueer von mir, so auf Geschlecht was zu geben. Ich fühl mich jedoch als lesbian nerd manchmal etwas allein.
Bei der Gelegenheit fällt mir ein, (schwul)lesbische Networks im Netz langweilen mich. Zusätzlich zu der Sache, daß der Gedanke der meisten Networkingplattformen - Profile noch und nöcher plus Möglichkeiten, zu gucken, wer wen kennt und sich persönliche Nachrichten zu hinterlassen - mir zu wenig Gruppen-Interaktion bietet (weshalb ich auf Foren und Mailinglisten wesentlich aktiver bin), bietet mir Lesopia leider keinen Mehrwert und queerlee, muß ich sagen, war wohl leider eine Totgeburt, nettes Konzept, aber zu wenige aktive user. Von Lesarion habe ich mich vor Jahren schon wieder abgemeldet, davon war ich nur noch frustriert. Und auf Gothicgays bin ich auch kaum mehr aktiv - auch da, weil extrem wenig auf dem Forum läuft, ich einfach keinen Spaß dran habe, in Profilen zu wühlen und die wenigen Forenbeiträge für mich kaum Info- und Diskussionswert haben.
Wo liegt da das Prob - liegts an mir (d.b. bin ich einfach kein SN-User), liegt es an den anderen Usern (zu "normale", stromlinienförmige, unkreative Profile, zu wenig Info im Profil, platte Gruppenbeiträge) oder liegt es an Fehlkonzeptionen in der Plattform, die zu wenig "Mehrwert" für die User bietet? Bin ich zu alt für solche Plattformen, wo sich doch ein eher jugendliches Publikum tummelt? Oder hängt es am Ende daran, daß schwul/lesbisch sein nicht abendfüllend ist? *grübel*
ryuu - 18. Jan, 11:17
asaaki - 18. Jan, 16:57
interessante frage:
"Oder hängt es am Ende daran, daß schwul/lesbisch sein nicht abendfüllend ist?"
für mich betrachtet muss ich vielleicht zugeben, dass dies sogar zu bejahen ist, weil wohnen, essen, trinken, ins bad gehen, wäsche waschen, medien konsumieren, aufräumen, finanzen im blick halten, arbeiten, freunde und kollegen haben, ... dies alles recht "unschwul" (respektive unlesbisch/unqueer) abläuft.
im hinterkopf arbeitet nicht ständig alles darauf hin, dass auch nur jeder atemzug mit der rosa wolke erfüllt ist.
das soll nicht heißen, dass mein leben jetzt stereotyp "heteronorm" sein soll und ist, sondern dass ich einfach nicht in jedem moment gedanken daran verschwende, mein leben nach meiner sexuellen orientierung auszurichten. denn allein dafür leben wir nun auch wieder nicht.
dies lässt dann vielleicht auch einen schluss auf das netzleben zu: wir finden die spärlichen angebote langweilig, weil sie uns gar nicht so viel bringen, wie wir uns in der kleinen bunten ecke im gehirn anfangs ausgemalt haben.
mit welcher erwartungshaltung gehen wir ran? was erwarten wir von solcherlei communities? wie gestalten wir das vielleicht alles selbst?
wenn ich unsere mailinggruppe so betrachte, möchte ich im großen und ganzen sagen, dass dort zB tatsächlich mehrwerte sind, die ich nirgendwo anders gefunden habe, und die kommen einfach nur durch die beteiligten, es ist halt eine mailing-gruppe. kern ist da die kommunikation.
warum es da draußen im riesigen www nicht ähnliche angebote gibt, die uns ebenso erfüllen ... keine ahnung.
da war doch auch mal eine idee im raum, die zB bei unserem gemeinsam besuchten stammtisch weiter ausgebaut wurde. die frage nur: ob und wann wir das wirklich in angriff nehmen wollen? wie sehr stehst du zB noch hinter all den teilbereichen und subkulturen, um auch nur administrativ und/oder redaktionell mitzuarbeiten?
hui, das war jetzt aber eine lange antwort mit reichlich viel fragenkram zum nachdenken. ich hoffe, da kommt noch wer mit bei meinem verquirlten geflecht.
-aki
für mich betrachtet muss ich vielleicht zugeben, dass dies sogar zu bejahen ist, weil wohnen, essen, trinken, ins bad gehen, wäsche waschen, medien konsumieren, aufräumen, finanzen im blick halten, arbeiten, freunde und kollegen haben, ... dies alles recht "unschwul" (respektive unlesbisch/unqueer) abläuft.
im hinterkopf arbeitet nicht ständig alles darauf hin, dass auch nur jeder atemzug mit der rosa wolke erfüllt ist.
das soll nicht heißen, dass mein leben jetzt stereotyp "heteronorm" sein soll und ist, sondern dass ich einfach nicht in jedem moment gedanken daran verschwende, mein leben nach meiner sexuellen orientierung auszurichten. denn allein dafür leben wir nun auch wieder nicht.
dies lässt dann vielleicht auch einen schluss auf das netzleben zu: wir finden die spärlichen angebote langweilig, weil sie uns gar nicht so viel bringen, wie wir uns in der kleinen bunten ecke im gehirn anfangs ausgemalt haben.
mit welcher erwartungshaltung gehen wir ran? was erwarten wir von solcherlei communities? wie gestalten wir das vielleicht alles selbst?
wenn ich unsere mailinggruppe so betrachte, möchte ich im großen und ganzen sagen, dass dort zB tatsächlich mehrwerte sind, die ich nirgendwo anders gefunden habe, und die kommen einfach nur durch die beteiligten, es ist halt eine mailing-gruppe. kern ist da die kommunikation.
warum es da draußen im riesigen www nicht ähnliche angebote gibt, die uns ebenso erfüllen ... keine ahnung.
da war doch auch mal eine idee im raum, die zB bei unserem gemeinsam besuchten stammtisch weiter ausgebaut wurde. die frage nur: ob und wann wir das wirklich in angriff nehmen wollen? wie sehr stehst du zB noch hinter all den teilbereichen und subkulturen, um auch nur administrativ und/oder redaktionell mitzuarbeiten?
hui, das war jetzt aber eine lange antwort mit reichlich viel fragenkram zum nachdenken. ich hoffe, da kommt noch wer mit bei meinem verquirlten geflecht.
-aki
distelfliege - 19. Jan, 15:03
überall dat selbe..
..ich glaube, das Ganze hat eine total einfache Erklärung.
Nerd sein, im Netz Sachen administrieren, sich die technische Seite davon anschauen und sich dafür interessieren, das machen halt zumeist Männer.
Ich habe im Heterobereich auch schon soooo oft gesehen dass Frauen-Foren, oder Frauenprojekte Netzpräsenzen haben, die aber ein Mann, Freund, Kumpel usw. von einer Adminse dann de Facto technisch betreut. Mag unqueer sein, aber is eine Sache, die durchaus mal erwähnt werden kann, und wo man sich ab und an ruhig mal fragen kann wieso das eigentlich so ist.
Nerd sein, im Netz Sachen administrieren, sich die technische Seite davon anschauen und sich dafür interessieren, das machen halt zumeist Männer.
Ich habe im Heterobereich auch schon soooo oft gesehen dass Frauen-Foren, oder Frauenprojekte Netzpräsenzen haben, die aber ein Mann, Freund, Kumpel usw. von einer Adminse dann de Facto technisch betreut. Mag unqueer sein, aber is eine Sache, die durchaus mal erwähnt werden kann, und wo man sich ab und an ruhig mal fragen kann wieso das eigentlich so ist.
Felis Sylvestris - 28. Jan, 15:55
Tja...
Ich hab so seit Herbst angefangen, mich mit der Technik hinter der Bildschirmoberfläche mit den vielen bunten Knöpfen zu beschäftigen.
Nicht in erster Linie, um Webseiten zu bauen , als eher mein Linux zu verstehen, warum es wann was macht und auch mal das ein oder andere konfigurieren zu können.
Das hab ich auch ewig vor mir hergeschoben.
Mittlerweile versteh ich nicht mehr warum. Es macht nämlich total Spaß das Ganze. Um nicht von Suchtgefahr zu sprechen... :-p
Mensch muss anscheinend nur eine bestimmte Barriere überwinden?
Kennt Ihr eigentlich diesen Text?
Wobei mir zu diesem nochwas einfällt:
Ein paar Jahren Punkszene sei Dank, habe ich schon gelernt, bei Bedarf auf den Scheiß-egal-Modus zu stellen und mit Exotenstatus und so umzugehen.
Zumal ich auch in anderen Zusammenhängen oft die einzige Frau in der Runde bin.
Nichtdestotrotz kann ich aber nicht abstreiten, mich während meines Erstbesuchs einer hiesigen LUG von dem ansonsten rein männlichen Publikum mit werweißwasfürnemPlanvonallem – ordentlich verunsichert – gefühlt zu haben.
Ich werde trotzdem wieder hinfahren. Und mich da durchbeißen.
Aber wenn ich mal in mein Umfeld schaue, viele Frauen trauen sich da in Punkto Technik nicht allzuviel zu. Die wären superabgeschreckt von sowas. Und würden genau das nicht tun.
Wie damit umgehen? Auf der einen Seite fang ich an, das richtig schade zu finden, aber auf der anderen mein ich, mensch kann auch niemanden zwingen.
Müssen „wir“ erst eine kritische Masse überschreiten, bevor sich „die Masse“ traut? *ratlos*
Ich hab so seit Herbst angefangen, mich mit der Technik hinter der Bildschirmoberfläche mit den vielen bunten Knöpfen zu beschäftigen.
Nicht in erster Linie, um Webseiten zu bauen , als eher mein Linux zu verstehen, warum es wann was macht und auch mal das ein oder andere konfigurieren zu können.
Das hab ich auch ewig vor mir hergeschoben.
Mittlerweile versteh ich nicht mehr warum. Es macht nämlich total Spaß das Ganze. Um nicht von Suchtgefahr zu sprechen... :-p
Mensch muss anscheinend nur eine bestimmte Barriere überwinden?
Kennt Ihr eigentlich diesen Text?
Wobei mir zu diesem nochwas einfällt:
Ein paar Jahren Punkszene sei Dank, habe ich schon gelernt, bei Bedarf auf den Scheiß-egal-Modus zu stellen und mit Exotenstatus und so umzugehen.
Zumal ich auch in anderen Zusammenhängen oft die einzige Frau in der Runde bin.
Nichtdestotrotz kann ich aber nicht abstreiten, mich während meines Erstbesuchs einer hiesigen LUG von dem ansonsten rein männlichen Publikum mit werweißwasfürnemPlanvonallem – ordentlich verunsichert – gefühlt zu haben.
Ich werde trotzdem wieder hinfahren. Und mich da durchbeißen.
Aber wenn ich mal in mein Umfeld schaue, viele Frauen trauen sich da in Punkto Technik nicht allzuviel zu. Die wären superabgeschreckt von sowas. Und würden genau das nicht tun.
Wie damit umgehen? Auf der einen Seite fang ich an, das richtig schade zu finden, aber auf der anderen mein ich, mensch kann auch niemanden zwingen.
Müssen „wir“ erst eine kritische Masse überschreiten, bevor sich „die Masse“ traut? *ratlos*
ryuu - 29. Jan, 11:51
danke für den Link, Felis
... und jetzt muß ich mich echt an die Nase packen, daß mir nicht bewußt war, wie groß das Problem "Sexismus vs. technikinteressierte Frauen" noch ist. Eigentlich sollte mir das aufgefallen sein, angesichts des Prozentsatzes von Frauen, mit denen ich auf Arbeit (in der Internetbranche) zu tun habe.






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