BTAF #23: Freiheit im Kopf
Da habe ich heute einen Workshop von meiner Maßnahme nachgeholt (die ich im Mai angefangen und eigentlich im Juli beendet habe). Es ging um Moderation und eine Aufgabe war, einen Diskussionsprozeß zu moderieren, der zum Ziel hatte, eine binäre Fragestellung in eine W-Frage zu öffnen und zu dieser einen praktischen Lösungsvorschlag zu machen. Daß es schon beim ersten Teil hakte und die Gruppe immer wieder in vollkommen binäres Denken zurückfiel, erfüllte mich mit Befremden: Wer, bitte, will denn in binären Mustern á la "diskutieren wir über das Pro und Contra" operieren, wenn man in den viel farbigeren Bereichen von "wer, wie, was, warum, mit welchen Mittel, wofür, wo, wann" arbeiten kann?*
Andererseits machte es mir nicht nur bewußt, daß ich wohl inzwischen tatsächlich Übung darin habe, non-binär zu denken. Und da freue ich mich einfach mal drüber, daß ich diese Freiheit habe.
*Ja, dann und wann haben Ja-Nein-Fragen auch ihre Berechtigung.
Andererseits machte es mir nicht nur bewußt, daß ich wohl inzwischen tatsächlich Übung darin habe, non-binär zu denken. Und da freue ich mich einfach mal drüber, daß ich diese Freiheit habe.
*Ja, dann und wann haben Ja-Nein-Fragen auch ihre Berechtigung.
ryuu - 26. Aug, 19:19
Wirr-Licht - 28. Aug, 12:53
wieso?
oder, aus welchem grund :)
es ist einfach so, das der mensch, weil er meist keine lust zum nachdenken hat, die welt in ja und nein unterteilt, und das "vielleicht" dazwischen ignoriert. mit "vielleicht" lässt sich so schlecht ein "möchtegern-logischer" schluss aufbauen.
wahrscheinlichkeitstheorethische oder fuzzy- logische urteile haben halt erst im 20. Jahrhundert überhaupt eine axiomatische begründung erfahren, und der "pascal-fermat"-briefwechsel ist auch erst 350 jahre her.
meine güte :) was erwartest du :D die menschheit hat noch vieles vor sich, was das denken angeht.
du bist halt schon bei multidimensionalen konstrukten :)
es ist einfach so, das der mensch, weil er meist keine lust zum nachdenken hat, die welt in ja und nein unterteilt, und das "vielleicht" dazwischen ignoriert. mit "vielleicht" lässt sich so schlecht ein "möchtegern-logischer" schluss aufbauen.
wahrscheinlichkeitstheorethische oder fuzzy- logische urteile haben halt erst im 20. Jahrhundert überhaupt eine axiomatische begründung erfahren, und der "pascal-fermat"-briefwechsel ist auch erst 350 jahre her.
meine güte :) was erwartest du :D die menschheit hat noch vieles vor sich, was das denken angeht.
du bist halt schon bei multidimensionalen konstrukten :)
ryuu - 29. Aug, 19:32
Hm, ist das so? Woher wissen wir, daß z.B. (greifen wir nicht gleich auf die Steinzeit zurück) die alten Kelten auch so gern in "ja-nein"-Mustern gedacht haben? Oder die BewohnerInnen des minoischen Kreta, ...?
Vielleicht bin ich meiner Zeit voraus, ja, aber das hindert mich ja nicht, mich über die Freiheit vom ja-nein-Muster zu freuen.
Vielleicht bin ich meiner Zeit voraus, ja, aber das hindert mich ja nicht, mich über die Freiheit vom ja-nein-Muster zu freuen.
Wirr-Licht - 31. Aug, 10:54
klar:)
natürlich lässt sich sowas nur für schriftkulturen belegen - wobei ich auch nicht wirklich weiss, ob alle schriftkulturen worte für ja/nein, wahr/falsch oder sowas haben.
aber ich kann mir auch gut vorstellen, das es schon in der steinzeit vorformen von ja/nein gab, und sei es nur ein bestätigendes/ablehnendes grunzen.
aber wer weiss - vielleicht war das ganze ja auch ganz anders.
aber ich kann mir auch gut vorstellen, das es schon in der steinzeit vorformen von ja/nein gab, und sei es nur ein bestätigendes/ablehnendes grunzen.
aber wer weiss - vielleicht war das ganze ja auch ganz anders.
ryuu - 31. Aug, 11:46
Es geht mir ja nicht um das Vorhandensein von Ja/Nein, sondern um das Denken in binären Mustern, wenn nicht-binäre viel angebrachter wären. Klar ist das (erstmal) anstrengend* - aber wenn mensch erstmal Übung darin hat, erstmal zu checken, ob Ja/Nein tatsächlich die angemessene Logik ist, könnte es dann nicht leich sein, die Alternativen zu checken? Binäres Denken ist auch nur eine Gewohnheit, kein Naturgesetz.
*Ich muß hier an Stephen Covey denken, der das Durchbrechen alter Gewohnheiten mit dem Erreichen der Umlaufbahn in der bemannten Raumfahrt verglich und sagte, die meiste Energie ginge dabei drauf, aus der Schwerkraft der Erde rauszukommen.
*Ich muß hier an Stephen Covey denken, der das Durchbrechen alter Gewohnheiten mit dem Erreichen der Umlaufbahn in der bemannten Raumfahrt verglich und sagte, die meiste Energie ginge dabei drauf, aus der Schwerkraft der Erde rauszukommen.
Wirr-Licht - 31. Aug, 16:25
das
meinte ich ja mit: "der mensch hat im normalfall keine lust, drüber nachzudenken". es ist immer hart, paradigmen irgendeiner art und weise über bord zu werfen, ich bin darin auch nicht besonders gut.






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